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Auerbach Wahrzeichen

Die Geschichte der Stadt Auerbach in der Oberpfalz

Enstehung

Wie zahlreiche Funde aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Eisenzeit belegen, siedelten schon sehr früh Menschen in dieser Gegend. Große Anziehungskraft übte dabei sicher das in und um Auerbach anzutreffende Eisenerz aus, das in zahlreichen Hammerwerken verarbeitet wurde.
Als Bischof Otto der Heilige von Bamberg 1119 das Benediktinerkloster Michelfeld gründete, übergab er diesem fast alle Orte der Gegend, darunter auch "Urbach", das Dorf am Bach, an dem der Ur oder Auerochs häufig anzutreffen war. Da den frommen Abt und seine Mönche der bald um das Kloster entstandene Markt störte, ließen sie durch Bischof und Kaiser diesen 1144 von Michelfeld nach Auerbach verlegen. Im gleichen Jahr wurde Auerbach seelsorgerisch von der Mutterkirche Velden losgelöst und hier eine eigenständige Pfarrei gegründet. Der hl. Jakobus war erster und ursprünglicher Kirchenpatron; knapp 200 Jahre später wurde St. Johannes der Täufer neuer Patron der Pfarrei Auerbach.
Mit der Umsiedlung der Michelfelder wurden um die Kirche etwa 120 Häuser errichtet. So entstand der Grundriss von Auerbach, wie er sich heute noch fast unverändert in der Altstadt zeigt.
Im 12. und besonders im 13. Jahrhundert entwickelten sich Erz- und Eisengewinnung sehr günstig. Zugleich und deswegen wurden enge Geschäftsbeziehungen zu den damaligen Handelsmetropolen geknüpft und weiter ausgebaut. Vor allem Nürnberger Patrizierfamilien sind dabei zu nennen, die teilweise sogar hierher übersiedelten.
Aus Dankbarkeit für geleistete Waffenhilfe erhob Ludwig der Bayer wohl 1314 Auerbach zur Stadt.
Eine sehr große Bedeutung gewann die Stadt im 14. Jahrhundert während der "Neuböhmischen Zeit" unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn König Wenzel. 1373 wurde Auerbach sogar die Hauptstadt dieses Territoriums mit eigenem Landgericht, welches mit kurzer Unterbrechung bis 1862 bestand. Karl IV. ließ u.a. den großen Stadtweiher anlegen und das leider nicht mehr erhaltene Schloss errichten. Unter König Wenzel bestand eine eigene Münzwerkstätte in Auerbach, die allerdings nur wenige Jahre prägte.

Entwicklung und Dr. Heinrich Stromer in Auerbach

Am 23. September 1400 eroberte König Ruprecht von der Pfalz das durch Brand schon schwer beschädigte Auerbach. Er gewährte der Stadt Steuerfreiheit zum Wiederaufbau, und genehmigte 1418 den Bau des Rathauses auf seinem heutigen Platz.
Wenige Jahre später, 1430, verwüsteten die Hussiten den Ort nahezu vollständig. Lange Jahre des Wiederaufbaus folgten.
Heinrich Stromer, später u.a. Rektor der Universität Leipzig, kam in diesen schweren Jahren in unserem Auerbach zur Welt. Dr. Stromer ist der Begründer des weltbekannten Weinlokals Auerbachs Keller in Leipzig. Durch Goethes Drama Faust hat der Namen unserer Stadt auch Eingang in die Weltliteratur erlangt.
Während der Reformationszeit war die Stadt nahezu 100 Jahre lutherisch oder kalvinisch, je nachdem welches Bekenntnis der jeweilige Landesherr hatte (cuius regio, eius religio). Als Kurfürst Maximilian I. von Bayern 1628 die Oberpfalz erhielt, mussten die Menschen wieder katholisch werden oder auswandern. Heute gehören über 90 % der Einwohner diesem Bekenntnis an.

Dreißigjähriger Krieg
Wie über die meisten Orte unserer Gegend brachte der Dreißigjährige Krieg (1618-48) auch über Auerbach großes Unheil und große Not. Bayerische, kaiserliche und schwedische Truppen wechselten sich in der Belagerung, in der Einnahme, in der Plünderung und Brandschatzung sowie in der Verwüstung der Stadt und ihres Umlandes ab.
Während des Österreichischen Erbfolgekrieges fand 1703 beim nahe gelegenen Dorf Krottensee eine größere Schlacht statt, in deren Verlauf gefallene Soldaten in das sog. Windloch der heutigen weithin bekannten Tropfsteinhöhle Maximiliansgrotte geworfen wurden.
Im 19. Jahrhundert vernichteten mehrere Brände große Gebiete der Innenstadt. Durch den Wiederaufbau verlor Auerbach zum Teil sein mittelalterliches Aussehen.
Die Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte, kurz Maxhütte genannt, betrieb fast ein Jahrhundert lang von 1878 bis 1987 hier in Auerbach Bergwerke ; die Türme der vorletzten (1904-78) und erfolgreichsten Grube Maffei im Ortsteil Nitzlbuch bleiben als Industriedenkmal für spätere Generationen erhalten.

Nicht zuletzt auf wegen des Erztransports auf Drängen der Maxhütte hin wurde eine Lokalbahnstrecke von Auerbach nach Ranna erbaut und am 16.12.1903 in Betrieb genommen. Im Februar 1970 verkehrte hier der letzte fahrplanmäßige Zug, der letzte Sonderzug beförderte am 23. Mai 1982 etwa 700 Pilger von Auerbach nach Altötting und zurück. Der Auerbacher Bockl (rechts) ging in den Ruhestand, die Stadt Auerbach erwarb das gesamte Bahngelände, vermietete das Stationsgebäude (links) und richtete kurz vor der Jahrtausendwende im ehemaligen Lokführerhaus und im dazugehörigen Lokschuppen den Jugendtreff "Lo(c)kschuppen" ein.

Eisenerzabbau
Große Anziehungskraft übte sicher schon sehr früh das in und um Auerbach anzutreffende Eisenerz aus. Auch wenn größere Ansiedlungen bisher nicht nachgewiesen werden konnten, lebten doch schon lange bevor Auerbach in die geschriebene Geschichte eintrat zumindest vereinzelt Menschen in dieser Gegend, wie Funde aus verschiedenen Epochen beweisen: aus der Mittleren (8000-4000 v. Chr.) und der Jüngeren Steinzeit (4000-1800 v. Chr.) bei Weidlwang und Ranna; aus der Bronzezeit (1800-1200 v. Chr.), aus der Urnenfelderzeit (1200-800 v. Chr.) und aus der Eisenzeit (800 v. Chr. bis Christi Geburt) am Maximiliansfelsen im sog. Birkenschlag, wo wohl ein Kultplatz war, der vielleicht jahrtausendelang von unseren Vorfahren als vorchristliche Opferstätte genützt wurde.
Aus der Eisenzeit mit ihren verschiedenen Unterteilungen (ältere Eisenzeit oder Hallstadtzeit 800-450 v. Chr. und Jüngere Eisenzeit oder Latenézeit, auch Keltenzeit genannt, 450 v. Chr. bis Christi Geburt) wurden mehrere Grabhügelfelder von Laien angegraben und z. T. regelrecht geplündert: 9 Grabhügel in der Flur Reut im Oberen Wellucker Wald (nordöstlich von Sackdilling, heute im Truppenübungsplatz liegend), 5 Grabhügel in der Flur Weißer Brunnen über dem Ohrental (südöstlich von Lehnershof) und über 30 Grabhügel auf der Bloa und im Seideloheholz (östlich von Ortlesbrunn).
Johannes Neubig schrieb wohl mit Recht über die Entstehung der Stadt: Bergleute gruben daselbst Auerbach aus und Schmiede hämmerten den kleinen Anfang zur festen Dauer des Fortbestehens. (Johannes Neubig, Auerbach, die ehemalige Kreis- und Landgerichtsstadt in der Oberpfalz, 1836, S. 4)
Auch der Name des Ortsteiles Welluck, in dessen unmittelbarer Nähe die weiter unten aufgeführte Grube Maffei stand, weist deutlich auf Eisenverarbeitung hin: wellen bedeutet soviel wie wallen machen, kochen machen, sieden , eben Eisen schmelzen , und luck kennen wir noch in der Mundartform Luch für Loch ; so war also Welluck wohl ein Ort, wo ein Schmelzloch für das Eisenerz stand.
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite von Rudolf Weber.

 

 

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